Diese Aufnahme zeigt unseren Erdmond in einer seiner eindrucksvollsten Erscheinungen: nahezu voll beleuchtet, mit 98 % Mondphase – nur wenige Stunden vor dem exakten Vollmondzeitpunkt. In dieser Phase wirkt der Mond fast kreisrund und strahlt besonders hell und klar am Nachthimmel. Selbst in lichtverschmutzten Gegenden ist er ein dominanter Himmelskörper – für viele Beobachter*innen ein vertrauter Begleiter der Nacht.
Anders als bei Halbmond oder zunehmender Sichel sind die Schatten entlang der Kraterwände in dieser Phase deutlich reduziert. Die Sonne steht nahezu senkrecht über der Mondoberfläche, wodurch der plastische 3D-Effekt der Kraterlandschaft etwas zurücktritt. Doch gerade dadurch werden andere Details besonders sichtbar: Die großen Mare-Flächen, also die dunklen „Mondmeere“ aus erkalteter Lava, treten klar hervor und zeigen feine Helligkeitsunterschiede (Albedo-Strukturen), die man in anderen Phasen leicht übersieht.
Auch feine Details wie Strahlensysteme um junge Einschlagskrater – etwa Tycho im Süden oder Copernicus im Norden – lassen sich erkennen. Diese hellen Auswurfstrukturen ziehen sich wie feine Linien über die Mondoberfläche und erzählen von den dynamischen Prozessen, die unseren Trabanten bis heute prägen.
Ob als Beobachtungsziel im Fernglas, als Fotomotiv oder einfach zum Bestaunen mit bloßem Auge – der fast volle Mond zeigt sich hier in seiner ruhigen, majestätischen Schönheit. Ein vertrauter Himmelskörper, der uns stets an die Verbindung zwischen Erde und Kosmos erinnert.
Aufnahmedaten:
Datum: 07.02.2020
Ort: Vega Sternwarte Haus der Natur Salzburg
Autor: Rochus Hess
Teleskop: ASA RC 400
Kamera: Canon EOS 6D
Es ist ein Mosaik aus 2 Segmenten mit jeweils 30 Aufnahmen (1/800sec. belichtet), die separat gestackt und dann zu einem Bild vereint wurden
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